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Was sind OER?

OER (Open Educational Resources) sind frei nutzbare Lerninhalte beliebiger Fachbereiche in digitaler Form, in beliebigem Format. [Vgl. Neumann, Wikipedia] Das Wort Open unterstreicht explizit freie Nutzung und Verbreitung. In der letzten Zeit sind solche Inhalte nachgefragt, sei es für das Studium oder für das lebenslange Lernen.

Das können sein: Vollständige Kurse, Videovorlesungen, e-Books, Präsentationen, Podcasts, Handbücher, Lexika, Wörterbücher, Zeitschriften, Artikel, Software, Datenbanken, Digitalisate…

“OER is said to include: • Learning Content: Full courses, courseware, content modules, learning objects, collections and journals. • Tools: Software to support the development, use, re-use and delivery of learning content including searching and organization of content, content and learning management systems, content development tools, and on-line learning communities. • Implementation Resources: Intellectual property licenses to promote open publishing of materials, design principles of best practice, and localization of content.” [Hylén, S.1-2]

Laut Neumann die wichtigsten OER sind [Vgl. Neumann]:

  • MOOCs (Massive Open Online Course) Online-Kurse mit der Möglichkeit, in einer Community zu kommunizieren,
  • OCW (OpenCourseWare) – Kursbegleitende Lernmaterialien: Präsentationen, Videos von den Vorlesungen, Bilder. Nach einigen Defnitionen unterscheiden sie sich von den MOOCs dadurch, dass sie keine Foren, Mailinglisten o.ä. zum Austausch zwischen Lehrkräften und Studenten haben [Vgl. Universia],
  • und Lehrbücher, z.B. offene E-Books.

Große Schwierigkeiten bereitet die Recherche nach OER. In erster Linie wegen der großen Anzahl diverser Quellen von OER im Netz: -Die Repositorien von Institutionen: z.B.: MIT Open Course Ware.

  • Aggregatoren, die mehrere Repositorien durchsuchen: z.B.: onlinecourses.com, coursera.org.
  • Repositorien, die einzelne Inhalte auch sammeln (Möglichkeit Inhalte hinzufügen), nicht nur Repositorien untersuchen: z.B.: OER Commons.

Weitere Formen, die entweder nur wenige OER enthalten (Schulbuch-O-Mat: Projekt zur Erstellung der freien Schulbücher http://www.schulbuch-o-mat.de/) oder nur eine Liste von Links zu OER darstellen (Webseite von Jörn Loviscach http://www.j3l7h.de/videos.html).

Für die Bibliotheken sind die OER nachgefragte Inhalte, die gesammelt, verbreitet und archiviert werden können. Sie könnten systematisch die OER in ihren Katalogen verzeichnen, und dadurch die besseren Recherchemöglichkeiten für Endnutzer schaffen. Dies war aber bis jetzt mit folgenden Schwierigkeiten verbunden: Erstens, nicht alle Repositorien stellen ihre Metadaten zur Verfügung. Zweitens, bei solcher Anzahl von Repositorien, Quellen der OER, solcher Vielfalt von Formate und Bildungsbereiche sehen die Metadaten, wenn vorhanden, sehr uneinheitlich aus.

Standardisierung

[Vgl. folgendes Kapitel Ziedorn u.a., S. 5ff] Das Problem der Standardisierung der OER-Metadaten wird jetzt aktiv im Bibliotheksfeld diskutiert. Einerseits wird ein gemeinsamer Standard für alle OER erwünscht, das könnte die Arbeit für automatisierte Übernahme in Kataloge sehr erleichtern, andererseits ist es unmöglich alle notwendigen Metadaten von so unterschiedlichen Objekten in einem Metadaten-Standard zu vereinigen, ohne wichtige Inhalte zu verlieren.

Zurzeit sind folgende Standards für die Erschließung von OER bekannt:

Zum einen ist das Dublin Core, das für die Erschließung von OER benutzt werden kann. Das Format hat 15 Pflichtfelder, die für grobe Beschreibung beliebiger Ressourcen reichen. Es gibt auch zusätzliche optionale Felder, die für speziellere Erschließung geeignet sind. Darunter auch DC Education Profile (http://dublincore.org/moinmoin-wiki-archive/educationwiki/pages/DC_2dEducation_20Application_20Profile.html), das solche zusätzliche Felder enthält, wie z.B.: Audience oder Education Level. Ich konnte leider die Repositorien, die DC benutzen nicht finden, aber DC ist Grundlage für einige für die OER Beschreibung spezialisierte Standards.

Beispielsweise, für IEEE LOM (Learning Objects Metadata von dem Institute of Electrical and Electronics Engineers) (http://de.wikipedia.org/wiki/Learning_Objects_Metadata), ein internationales Standard für die Lerninhalte. In diesem Standard sind 70 Metadaten-Elemente vorhanden, darunter auch Interactivity Level, InstallationRemarks, Duration, Purpose und viele andere.

Es gibt auch ELAN Application Profile (eLearning Academic Network Niedersachsen) (http://edoc.hu-berlin.de/series/dini-schriften/2005-6-de/PDF/6-de.pdf). Während der Erarbeitung des Standards wurden die beiden schon genannten berücksichtigt. Bei der Erschließung in diesem Standard werden schon die Metadaten, die den Kurs beschreiben, und die Metadaten für die Inhalte des Kurses unterschieden. Für einige Felder wurde auch kontrollierter Vokabular erstellt (z.B.: Dokumenttyp, Klassifikation, Zielgruppe). Der Standard und kontrolliertes Vokabular sind ähnlich wie traditionelle Bibliothekarische Beschreibung aufgebaut, was als inaktuell gesehen wird.

ELAN wird von dem BMBF-Verbundprojekt eCULT (eCompetence and Utilities for Learners and Teachers) (http://www.ecult-niedersachsen.de/) angewendet.

Nächster Standard - LRMI (Learning Resource Metadata Initiative) (http://www.lrmi.net/) - wird positioniert als „ein disziplinübergreifender internationaler Standard, mit dem verschiedenste Objekte erfasst werden können“ [Ziedorn u.a., S. 6]. Er wurde von Association of Educational Publishers und Creative Commons erarbeitet, dabei wurden “Use Cases aus aller Welt und aus unterschiedlichen Fachgebieten berücksichtigt“ [ebd.], sowie die uns bekannten schon Formate: DC, IEEE LOM und andere Initiativen.

Ist aufgenommen in den Schema.org Standard. „Schema.org ist ein gemeinsames Projekt von Bing, Google, and Yahoo!, das zum Ziel hat, online Inhalte standardisiert beschreiben (sogenanntes „tagging“) zu können“ [ebd]. LRMI ist auch dazu geeignet, nicht nur Metadaten, sondern auch Microdaten zu beschreiben. [Vgl. ebd. S.7]

Der Standard wird schon von folgenden Organisationen angewendet: eLearning Plattform “Learning Registry”, die Universität von Kapstadt, der Ausbildungsanbieter Pearson und die National Science Digital Library in den USA.

Diese Standards haben als Zielobjekte alle OER, es gibt aber einen Standard, der viel spezieller ist. XCITR Metadaten Schema (Explore Chemical Information Teaching Resources) (http://www.xcitr.org/) ist fachorientiert, dazu auch für Anglo-Amerikanische Lernsystem erstellt. Einige Metadaten-Elemente dieses Standards sollen mithilfe vom kontrollierten Vokabular erstellt werden, das nur fachspezifische Bezeichnungen enthält.

Weitere Initiativen in der Standardisierung: IMS Learning Resource Metadata Specification (http://www.imsproject.org/metadata/), ARIADNE Educational Metadata Recommendation (http://vs.fernuni-hagen.de/methoden/ils/Organisation/ariadne.html), ISO/IEC 19788 Information technology (http://en.wikipedia.org/wiki/ISO/IEC_19788)

Analyse der Lage der OER-Erschließung im Netz

Es folgen weitere Versuche den einheitlichen Standard auszuarbeiten, nur die OER-Quellen benutzen die selten. In der Regel werden die OER nach keinem Standard erschlossen. Es wurden 15 Webseiten frei ausgewählt und durchgesucht, um festzustellen, wie sehen die Metadaten der OER aus, welche „Felder“ und eventuell Normdaten für die Erschließung benutzt werden. Unter 15 durchgesuchten Webseiten nur eine hat den Standard benutzt (LRMI von OERCommons).

Die Recherche erfolgte hauptsächlich durch stichprobenartige Analyse der vorkommenden Felder in den Anzeigen der OER, da die Repositorien, bzw. Institutionen, die Informationen zu Metadaten in der Regel nicht veröffentlichen.

Die Ergebnisse sind in der Excel-Datei erfasst. Eine Tabelle stellt Verzeichnis der benutzten Felder dar. Andere – grundlegende Informationen zu den Webseiten.

Fazit

Die Erschließung von OER ist sehr uneinheitlich. Es gibt mehr oder weniger große Aggregatoren, die aber sogar nicht den größten Teil existierender OER erfassen. Eine Lösung wären nationale Aggregatoren (z.B. auf der Basis der Bibliotheken), die die OER-Metadaten mit den ausländischen Verzeichnissen (Bibliotheken) austauschen könnten. Das sammeln von Daten innerhalb eines Landes wäre analog zum Pflichtexemplar-Recht denkbar. Dafür aber sollte der OER-Metadatenformat wenigstens innerhalb eines Landes standardisiert werden. Auf dem internationalen Niveau sollten die Formate wenigstens ohne großen Datenverlust ineinander überführbar sein.

Literaturverzeichnis